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Am morgigen Sonntag ist der Welttag des geistigen Eigentums. Dieser Tag soll die Wichtigkeit von geistigen Eigentumsrechten herausstreichen. Im Sinne dieses Ereignisses veranstaltet der BDI seine Aktion Ideenliebe, die Kindern den Wert geistigen Eigentums vermitteln soll.
Wir Piraten finden Kreativität und gute Ideen wichtig und wollen diese fördern. Wir glauben aber, dass restriktive Eigentumsrechte der falsche Zugang zur Förderung von Ideen sind. Wir sind nicht die Einzigen, die das so sehen: Tausende Menschen auf der ganzen Welt sehen keinen Sinn darin ihre Ideen und ihre Kreativität in Ketten zu legen, vielmehr sorgen sie für freie Verbreitung.
Ihren großen Durchbruch erlebte die Idee, eigene Werke auch anderen frei zugänglich zu machen, bei Open-Source-Software. Heutzutage nutzen viele Menschen Firefox, OpenOffice, Linux oder Thunderbird. All diese Programme wurden von Menschen geschrieben, die darauf verzichtet haben kleinlich auf jede Kopie Lizenzgebühren zu verlangen. Stattdessen erlaubten sie die freie Verbreitung. Ein Verzeichnis von Open-Source-Software findet sich unter freshmeat.net.
Ein weiteres bekanntes Beispiel für die faire Zugänglichkeit von Wissen ist die Wikipedia. Wer hat nicht schon alles von ihr profitiert. Aber die Wikipedia wäre nie so groß geworden, wenn nicht so viele Menschen zu ihr Inhalte beigetragen hätten. Und es wären nie so viele Teilnehmer geworden, wenn die Wikipedia nicht eine Lizenz gewählt hätte, die die Verbreitung ihrer Inhalte befördert.
Als ‘Wikipedia für Karten’ versteht sich das Projekt OpenStreetMap. Viele Menschen weltweit arbeiten zusammen um eine Weltkarte zu erstellen.
Auch Musik und Filme gibt es, die auf Verbreitung statt auf Fesselung setzen. Jamendo ist eine Plattform, die Musik vieler Künstler bereitstellt. Der private Download ist vollkommen legal. Einen Durchbruch in einem anderen Bereich erzielte die Blender-Foundation, mit ihrem selbst produzierten Animationskurzfilm Elephants Dream. Inzwischen wurde ein weiterer Film produziert, Big Buck Bunny.
Die eingangs genannte Open-Source-Software, setzt auf Lizenzen, die die freie Verbreitung und Weiterentwicklung ermöglichen. Open-Source-Lizenzen sind auf der Seite der Open-Source-Initiative einsehbar. Im Bereich Inhalte neben Software haben sich die Creative-Commons-Lizenzen etabliert. Viele der vorgenannten Beispiele sind unter einer Creative-Commons-Linzenz veröffentlicht.
All das Geschehen um befreites und angekettetes Wissen, Kreativität und Ideen ist im Wissensallmende-Report 2009 ausführlich beschrieben.
So ist unser Wunsch für den Welttag des geistigen Eigentums: Mehr Menschen sollten ihr geistiges Eigentum mit anderen teilen. Was ist Euer Beitrag? Was habt ihr bereits zur Wissensallmende beigetragen? Welche freien Inhalte findet ihr neben den genannten Beispielen erwähnenswert? Teilt uns Eure Meinung mit, die Kommentarfunktion steht zu Eurer Verfügung. Und entlasst morgen zum Tag des geistigen Eigentums einige Ideen, etwas Wissen oder Kreativität in die Freiheit.
Wer Ideen liebt, lässt sie frei!
Manche Politiker wollen notorischen Raubkopierern mit der Three-Strikes-Politik beikommen: Bei drei Urheberrechtsverstößen wird der Internetaccount gesperrt. Jamendo hat jetzt ein ähnliches Programm. Jeder Downloader, der einen der 200.000 dort verfügbaren Tracks herunterlädt, bekommt von Jamendo ein Dankesschreiben per E-Mail zugestellt. Diese Mail soll ihn ermutigen, die Musik auch mit seinen Freunden zu teilen. Die besonders aktiven Downloader bekommen im zweiten Schritt per Post ein “Komplizen-Kit” mit Stickern und Broschüren über Jamendo zugestellt. Man will damit die Jamendo-Künstler und freie Musik allgemein bekannter machen. Den unverbesserlichen Wiederholungstätern kommt man auch bei. Solche, die auch noch einen Betrieb (Restaurant, Bar, Hotel, Shop etc.) überzeugen, den Service Jamendo PRO zu abonnieren und so ein “free culture spot” werden, erstattet Jamendo die Kosten für einen Monat ihrer Internetverbindung.
Natürlich ist dieses Programm konträr zu dem politischen Three-Strikes-Programm. Jamendo ist eine Plattform mit freier Musik. Also Musik, die man kostenlos herunterladen, anhören, Freunden vorspielen und ihnen auch kopieren kann. Dementsprechend passt auch diese Kampagne namens “Danke fürs Downloaden” besser zu der Plattform.
Wir wünschen uns mehr solch netter Ideen und natürlich auch mehr freie Musik. Und den Lesern wünschen wir fröhliches Reinhören in die Musiksammlung von Jamendo.



