2017 Flughafen BER Verkehrspolitik

Planung mit Verstand! – Wirklich?

Dipl.-Ing. Thomas Gaul, einem unserer Verkehrsexperten, platzt etwas der Kragen

Da hat die Berliner SPD getagt [1]; okay: Nur der Fachausschuss, der sich um Verkehrsbelange kümmert. Was gibt es wohl zu berichten: Flugverkehr auf dem Planungsstand von anno dazumal einfrieren. Kein weiterer Ausbau im Bereich der Straßenanbindung. Die Berliner sollen alle brav mit der Bahn den Flughafen erreichen. Und natürlich ganz wichtig: Die bösen Flugzeugbetreiber sollten besser mehr bezahlen und von der Nutzung des Flughafens namens BER abgeschreckt werden.

Was heißt das übersetzt? Die bislang schlechte Anbindung von Berlin zum BER soll nicht verbessert werden. Der Verkehr aus dem Norden, der über die BAB A 100 kommt, wird ignoriert. Die lokalen Gegebenheiten im Umfeld des Flughafens auch. Und völlig ignoriert wird der eigentliche Zweck des Flughafens, der ein Drehkreuz werden sollte. Ein Drehkreuz für die Region Brandenburg und die Bundeshauptstadt Berlin.

Sämtliche Verkehrsexperten warnen seit Jahren vor einem völligen Kollaps im Straßenverkehr um den Flughafen. Das wird weiterhin ignoriert. Es sollen Dogmen bedient werden. Selbst das Motto „freie Fahrt für Bus und Bahn“ wird verkleinert auf „freie Fahrt für die Bahn“.
Zugegeben, im südlichen Bereich besteht eine ordentliche Ausbausituation für die ab- und zufließenden Verkehre für den Flughafen. Ob das reicht?

Andere wichtige Themen werden weiterhin vergessen. Niemand denkt daran, wie sich die Situation bei Eröffnung des Willy-Brandt-Flughafens für das Rettungswesen ändert. Das fängt an beim Straßenumfeld des Flughafens, wo dann wohl die Rettungsfahrzeuge Flügel erhalten müssten. Es wird weiter vergessen, dass die Gemeinde Schönefeld einen freiwilligen Rettungsdienst hat, der für ein größeres Gebiet zuständig ist und natürlich auch für den Flughafen. Es fehlt ein Rettungskonzept für das gesamte Umfeld des Flughafens. Ach, das ist halt unwichtig.

Genauso unwichtig sind offenbar die zunehmenden Reisezahlen nach Berlin und nach Brandenburg. Da soll ein Flughafen besser weniger Passagiere haben als mehr. Der andere Flughafen geschlossen werden und via BER aufgefangen werden. Wirklich logisch. Was hier wohl ganz vergessen wird: Wie kommen denn dann die weiteren Reisenden nach Berlin? Evtl. gar nicht oder doch wieder mit anderen Verkehrsmitteln? Es würde nicht wundern, wenn dann plötzliche viele Autos von den Flughäfen Leipzig, Hamburg oder Hannover in die Region strömen, natürlich auch umgekehrt.

Ebenso kommt auch niemand auf die Idee, eventuell schon in Berlin das Einchecken vorzunehmen, z.B. am Flughafen Tempelhof um dann per Bahn anzureisen. Ein solches Eincheckzentrum mit einer Zubringerbahn nahe der BAB A 10 im Süden des Flughafens zu planen ist natürlich unnötig. Das wäre wohl zu konstruktiv um den Schönefelder Bereich wirksam zu entlasten.

Fazit: Egal wie man es drehen möchte: Weniger Verkehr wird nicht entstehen. Es wird weiter angespannte Verkehrssituationen geben, egal ob bei Bus und Bahn oder PKW. Zum Thema Lieferverkehr wird geschwiegen, da kommt bestimmt nichts per Flugzeug nach Berlin-Brandenburg. Einfach peinlich!

Quellen:
[1] http://www.tagesspiegel.de/berlin/hauptstadtflughafen-ber-berliner-spd-will-auf-den-ber-ausbau-verzichten/19722986.html

  1. Anonymous

    Soso Verkehrsexperte?

  2. SELTSAM,
    warum fällt mir zum Thema ‚BER‘ nur immer „Tropical Island“ ein?

    * die einen glauben an Gott,
    andere wiederum an den BER. […]

Kommentare sind geschlossen.

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