Piratenpartei Politik

Sind wir alle Sklaven – des Zins- und Zinseszinssystems?

Sklaven Teil 2

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) berichtete schon vor 11 Jahren, dass sich ein Drittel des Nettogeldvermögens auf nur 6% der Haushalte konzentriert. Wie wird es dann heute aussehen?

Wer heute viel Geld besitzt, kann dieses verzinst anlegen und wird durch die erhaltene Rendite noch reicher. Damit kann er im folgenden Jahr noch mehr leistungslosen Gewinn durch diesen Zinseszins erwirtschaften. So steigert sich sein Reichtum, ohne Arbeit erbringen zu müssen, immer schneller. Bei nur 7 Prozent Rendite verdoppelt sich beispielsweise sein Vermögen alle 10 Jahre.

Doch irgendjemand muss diesen Reichtum und Gewinn erst einmal erwirtschaften. Was meinen Sie wer das ist?

Weil eine derartig rasante Steigerung von Geldvermögen automatisch mit einer gleich hohen Steigerung der Verschuldung verbunden ist, bedeutet der Zinsgewinn weniger Superreicher gleichzeitig eine Zins- und Schuldenlast für den Großteil der Bevölkerung. (und das Volk hält still) Mit der Ausweitung der schon riesigen Geldvermögen werden diese auch automatisch in immer weniger Händen konzentriert. 80% des Vermögens in Deutschland befindet sich in den Händen von nur 3% der Bevölkerung (Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft – CDA 1996)

Um die dabei zwangsläufig entstehende Armut weiter Teile der Bevölkerung abzufangen mussten die Sozialausgaben im Staatshaushalt dabei seit 1960 um mehr als gesteigert werden. Trotzdem sind derzeit 2,5 Millionen Kinder in Armut; 7,726 Millionen Menschen sind trotz sozialversicherungspflichtigen Jobs teilweise von Sozialleistungen des Staates abhängig! ca. 1 Million Menschen in Deutschland gehen täglich zur Tafel. (und das Volk hält still) Das ist der wahre Erfolg der bisherigen Regierungen, gepaart mit den beleidigenden Äußerungen und abwertenden Bemerkungen von abgehobenen Politikern, die anschließend auch noch wieder gewählt werden müssen, mangels vorhandener Alternativen und eingegangener Kompromisse. Danke Herr Sarazin, viele Grüße nach Berlin.

Kapital gewinnt, Arbeit verliert

Wie massiv die Zinslasten zu Ungleichgewichten zwischen Arm und Reich führen, zeigt sich insbesondere in der Entwicklung der Löhne und Gehälter im Vergleich zu den verzinsten Geldvermögen. Während das Geldvermögen exponentiell anwächst, sinken die Nettolöhne seit einigen Jahren. Gerade die Differenz zwischen Brutto- und Nettolohn wird immer größer, da Steuer- und Abgabenbelastungen für die Arbeitnehmer immer höher und höher werden. Vor allem die Idee und Umsetzung der prozentualen Lohnentwicklung fördert diese Diskrepanzen. Klar Frau Merkel, richtig Herr Koch – eine Entlastung der Bürger zur Überwindung der Finanzkriese und zur Entwicklung der Binnennachfrage halten sie natürlich nicht für nötig! Applaus!

Während Sie als Erwerbstätiger nur dann Vermögen bilden können, wenn Sie einen Teil Ihres Arbeitslohnes sparen, hat sich der Großteil des Geldvermögens in so wenigen Händen konzentriert, daß der jährliche Zinsgewinn nicht mehr konsumiert werden kann und automatisch wieder angelegt wird.

Weil die Zinslasten von der Bevölkerung aufgebracht werden müssen entsteht durch diesen Effekt ein perfektes Ausbeutungssystem.

  1. Schöner Artikel – immens wichtiges Thema.
    Einen Vorschlag der Problematik im Rahmen eines Wirtschaftsprogramms adäquat zu begegnen findet sich hier:
    http://wiki.piratenpartei.de/Wirtschaftsprogramm/anonymous

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