Wahlkampfreise

„Let op drempels“ – ein Wahlkampfreisebericht aus den Niederlanden

Ein Bericht von Veit Göritz, Politischer Geschäftsführer der Piratenpartei Brandenburg

Die niederländischen PIRATEN stecken mitten im Wahlkampf. Am 12. September 2012 wird das Parlament neu gewählt und zum ersten Mal tritt auch die niederländische Piratenpartei („Piratenpartij Nederland“) an. Die im Juni 2006 gegründete Schwesternpartei der Piratenpartei Deutschland hat erst vor kurzem die 1000-Mitglieder-Marke überschritten und würde nach aktuellen Umfragen zwischen ein Prozent und drei Prozent der Stimmen erreichen.

Wie bei der Piratenpartei Deutschland, wird auch im Wahlkampf in den Niederlanden jede helfende Hand benötigt. Aus diesem Grund beschlossen drei brandenburgische Piraten – Caro, Jürgen und Veit – für ein verlängertes Wochenende in die Niederlande zu fahren und kräftig mit anzupacken. Am Donnerstag, den 23. August 2012, brachen sie gegen Mittag in das etwa 700 Kilometer entfernte Aachen auf. Ein Aachener Pirat mit dem Pseudonym „Bootsmann“ hatte ihnen kurzfristig seine Wohnung als Übernachtungsmöglichkeit angeboten. Von dort aus fuhren sie täglich über die nahegelegene Grenze um in Herlen, Maastricht und Umgebung Flyer zu verteilen und Plakate zu kleben.

Dies lief dann doch etwas anders, als die drei von den Wahlkämpfen in Deutschland gewohnt waren.  Nicht nur die fehlenden Sprachkenntnisse erschwerten das Verteilen von Flyern – auch durften Passanten nur eher passiv und auf keinen Fall zu aggressiv umworben werden. Plakate konnten auch nicht wie in Deutschland an Pfähle und Laternenmasten gehangen werden, sondern durften nur an extra dafür aufgestellten Plakatwänden befestigt werden. Das Auto wurde also mit Plakaten, einem Eimer Leim und einer gut gelaunten Truppe aus niederländischen und deutschen Piraten beladen, um die von den Gemeindeverwaltungen erhaltenen Orte mit Plakatwänden abzufahren. Leider stellte sich heraus, dass die Liste der Orte sehr ungenau war. An einigen Stellen fehlten die angekündigten Plakatierflächen, an anderen tauchten völlig unerwartet welche auf. Ungeachtet der schlechten Informationslage, kleisterten die Wahlkampfhelfer weiter, bis ihnen am Sonntag der Leim ausging. Erschöpft aber zufrieden und um einige Erfahrungen reicher, machten sich Caro, Jürgen und Veit auf die lange Heimreise ins heimische Brandenburg.

Wir wünschen der Piratenpartij Nederland alles Gute für die Wahl, bedanken uns bei Bootsmann für die tolle Unterkunft und grüßen unsere neuen Freunde Roberto, Marcus, Eduardo, Peter und Oscar.

„Let op drempels“ bedeutet übrigens „Achtung Bodenwellen“, von denen in der Niederlande viele künstlich angelegt wurden, um an Ortseingängen die Geschwindigkeit der Autos zu regulieren.

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