Geschlechter- und Familienpolitik Piratenpartei Politik Pressemitteilung

PIRATEN Brandenburg kritisieren rückständige Frauenpolitik der Bundesregierung

Die fortschrittsfeindliche Politik der Bundesregierung behindert nach wie vor die Gleichberechtigung der Geschlechter anstatt sie zu fördern

Vor 102 Jahren schlug Clara Zetkin die Einführung eines internationalen  Frauentages vor. Damals hatten Frauen kein Wahlrecht, viele Bildungs- und Berufswege waren ihnen verschlossen. Im Vergleich dazu hat sich viel verändert – heute machen Mädchen mehr als die Hälfte der Abiturienten und Absolventen von Hoch- und Fachschulen aus. Doch obwohl Mädchen inzwischen ähnliche Ambitionen haben wie Jungen, werden sie immer noch auf Barrieren stoßen.

Dazu erklärt Anke Domscheit-Berg, Spitzenkandidatin der Piratenpartei Brandenburg für die Bundestageswahl: „Unsere Gesellschaft ist noch immer stark geprägt von einem gestrigen Rollenbild. Wenn im August dieses Jahres der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz in Deutschland greift, werden immer noch über 200.000 Plätze fehlen, sodass vielen Müttern keine andere Wahl bleibt, als zu Hause zu bleiben. Das von der Regierungskoalition beschlossene Betreuungsgeld ist ein Almosen, das Frauen aus der Berufswelt fern hält, aber kein Ersatz für Wahlfreiheit.

Nach  Art. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sind Männer und Frauen gleichberechtigt und der Staat ist zur aktiven Herstellung dieser Gleichberechtigung verpflichtet. Doch weiterhin bilden Männer 97 Prozent der Vorstände in den 200 größten Unternehmen Deutschlands und immer noch gibt es einen geschlechtsabhängigen Gehaltsunterschied. Von echter Gleichberechtigung kann daher keine Rede sein. Anke Domscheit-Berg sieht auch den Gesetzgeber in der Pflicht: „Die Steuergesetzgebung in Deutschland orientiert sich immer noch an einem Ernährermodell. Das Ehegattensplitting soll Familien fördern, aber es fördert den Unterschied zwischen Ehepartnern – je größer der Gehaltsunterschied zwischen Eheleuten, umso höher die Steuersubvention. Gleichberechtigt zum Familieneinkommen beitragende Ehepartner erhalten keinerlei steuerlichen Vorteil. Das ist das Gegenteil von staatlicher Förderung der Gleichberechtigung und im Jahr 2013 ein Skandal.

Die  Piratenpartei fordert die Abschaffung staatlicher Regelungen, die einem modernen und gleichberechtigten Lebensmodell von Männern und Frauen entgegenstehen. Dazu gehören das Betreuungsgeld und das Ehegattensplitting. Alle Menschen müssen unabhängig vom Geschlecht frei wählen können, wie sie Berufs- und Familienarbeit teilen und organisieren. Für diese freie Wahl braucht es auch qualitativ und quantitativ ausreichende Kinderbetreuung und eine gerechtere Aufteilung von Familienarbeit.

Für eine gleichberechtigte Gesellschaft müssen jedoch alle an Veränderungen  arbeiten. Der „Aufschrei“ tausender Frauen im Internet vor wenigen Wochen zeigte deutlich, wie stark Sexismus und Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft verbreitet sind. Wir sprechen uns dafür aus, die Debatte nach dem „Aufschrei“ weiter zu führen, denn nur durch eine offene Auseinandersetzung lässt sich dieser Zustand verbessern und damit die Lebenswirklichkeit vieler Frauen.

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern basiert auf der Grundannahme, dass Menschen unabhängig vom Geschlecht gleiche Ansprüche, Rechte und Pflichten haben sollen und ist noch eine Vision. Sie entspricht den Grundwerten der Piratenpartei. Wir glauben, dass unsere Gesellschaft eine glücklichere sein wird, wenn wir diese Vision gemeinsam erreichen. Sie ist auch für Männer eine Chance, da auch ihr Leben freier und reicher wird, wenn niemandem mehr Rollen zugeschrieben werden.

  1. Frau Domscheit-Berg: „sodass vielen Müttern keine andere Wahl bleibt, als zu Hause zu bleiben.“ & „das Frauen aus der Berufswelt fern hält“ – wieso dieser Fokus auf die Frau? Es gibt inzwischen auch viele alleinerziehende Väter die vor genau den gleichen Problemen stehen!

  2. Ich habe euch früher gewählt aber kann euch jetzt nicht mehr wählen. Frauen werden schon lange nicht mehr benachteiligt. Inzwischen sind es die Männer die benachteiligt werden. Schade, dass die Piraten jetzt auch auf diesen Zug der Lüge aufgesprungen sind. Feminismus dient nur dazu, das sich einige wenige bessergestellte Frauen damit bereichern und Quotenposten abgreifen können. Die Frau Dommscheit-Berg gehört auch zu denen die mit diesem Lügengespinst Geld machen. Das ihr die zu eurer Spitzenkandidatin gemacht habt, macht euch unwählbar.

  3. So ein Quatsch, wo sind die Barrieren auf die Frauen stoßen?

    Der Rest stimmt so auch nicht. Wenn eine Frau in einer Familie die vorrangig „Ernährung übernehmen“ würde und der Ehemann weniger verdient, würden sie auch vom Ehegattensplitting profitieren.

  4. Danke dafür. Die Austritte sprechen für sich! Viel Spaß noch und fusioniert schön mit den Grünen.

  5. Piratendaughter

    Sorry, aber beide Geschlechter sind Benachteiligungen ausgesetzt. Männer und Frauen sind mit Rollenbildern konfrontiert, die sie in Schubladen stecken. Das heute, am Frauentag, auf Benachteiligungen von Frauen eingegangen wird, ist doch klar. Und auch wenn es sehr moderne Familienformen gibt und z.B. Männer ebenso Elternzeit in Anspruch nehmen, ist bei den Arbeitgebern das traditionelle Familienbild manifestiert, dass die Frauen irgendwann die Arbeit unterbrechen oder auf Teilzeitstellen zurückgreifen.
    Die Piratenpartei spricht sich gegen jede Rollenzuweisungen und Ungerechtigkeiten aus, egal welchen Geschlechtes.
    Also vielleicht bei der nächsten Aktion darauf aufmerksam machen, wie schwer es auch Männern fällt, gegen die traditionellen Rollenzuschreibung anzukämpfen? 😉
    Heute aber erstmal allen Frauen einen schönen Frauentag 🙂

    • Clara Jongen

      Da wird sich sicherlich eine passende Gelegenheit finden um auf die Problematik von Rollenbildern bei Männern hinzuweisen. 🙂 Zur Problematik von Jungen gab es auch schon einmal einen Artikel im Kompass. Aber heute wünsche auch ich erstmal einen schönen Frauentag! 😉

    • Mag sein. Aber seit wann wollen wir „Frauenpolitik“. Wir waren doch sogar schon „Postgender“. Ist das überhaupt vom Programm gedeckt oder gibt Anke Domscheit-Berg hier ihre Privatmeinung als Parteimeinung aus? Dann müsste der Beitrag nämlich von der Webseite genommen werden.

  6. Piraten sollten einfordern, daß der Frauentag ein Feiertag wird, dann können Männer gleichberechtigt feiern! 😀

  7. 97 % der Menschen beiderlei Geschlechts bekommen keinen Job als Führungsposition in einem der 200 größten deutschen Unternehmen.

    Skandal. Da ist mir vor Schreck gleich das Tofu-Brötchen aus der Hand gefallen.

    Wer würde diese Jobs wohl bekommen, wenn die per Frauenquote zugeteilt würden? Höhere Töchter? Noch öfter als jetzt mal eine entsorgte Politikerin? Oder vielleicht mal eine Millionärsgattin, die die Position derzeit nicht annimmt weil sie es sich leisten kann. Ja man stelle sich vor, wer so schon genug Einkommen hat, muss gar keine formelle Erwerbsposition ausfüllen. Das soll es ja in elitären höheren Sphären schon mal geben.

    Da wird die Durchschnittswählerin aber stauen, was das für sie bringen würde. Nämlich gar nichts. Hurra, auf die Quote! Scheiß auf die Basis. Ich bin schließlich wer.

  8. Peter L.

    Die Feministinnen sollen ihre eigene Partei gründen. Sexismus gegen Männer ist nicht unser Thema.

    Männer werden nirgendwo bevorzugt eingestellt und müssen früher ins Gras beißen.

  9. Peter L.

    Wenigstens wird hier nicht zensiert, wie auf piratenpartei.de. Dort geht es ja inzwischen zu, wie bei der StaSi. Nur systemtreue Nachrichten erlaubt.

  10. @Peter L.: Erzähl mir doch mal mehr über die Sache mit der Zensur auf piratenpartei.de, das interessiert mich.

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