Fast wäre die Zivilisation zusammengebrochen. Da hatten doch die Demonstranten von #EndeGelände beinahe erreicht, dass dem Kraftwerk Schwarze Pumpe die Kohle ausging und es völlig ausgefallen wäre. [1]
Neben Strom liefert das Kraftwerk auch Fernwärme für Spremberg und Hoyerswerda. Im Gegensatz zum Strom, der heute eh nicht gebraucht wurde (um 14:00 Uhr deckte die Erzeugung aus Erneuerbaren Energien 100 % des Verbrauchs), kann die Fernwärme nicht einfach von anderen Quellen eingespeist werden.
Also völlig unverantwortlich von den Demonstranten und ein Beleg dafür, wie wichtig die Braunkohle noch immer ist. Oder?
Eigentlich eher ein Beleg dafür wie dumm es ist, sich von einer zentralisierten Infrastruktur abhängig zu machen, die keine Redundanz, aber ein großes Versorgungsgebiet hat.
So eine Demonstration ist ja nicht das einzige Ereignis, das zu einem Komplettausfall eines Kraftwerks führen kann. Bahnstrecken können durch Unfälle, Defekte oder Streiks ausfallen; Kraftwerke sind komplexe Anlagen, die viele Fehlermöglichkeiten haben. Das AKW Krümmel hat z.B. 2009 in Hamburg wegen eines ausgefallenen Transformators für ein flächendeckendes Chaos gesorgt. [2]
Zentralisierte Systeme haben immer das Problem, dass sie versagen, wenn es zu einer Störung im Zentrum kommt. Wird ein klassisches, riesiges Kraftwerk ungeplant aus dem Netz gerissen, dann gibt es richtig Probleme, dann wird es wirklich dunkel, wie die Fans der Braunkohle immer erzählen.
Dagegen bemerkt der Verbraucher den Ausfall einer Windturbine oder eines Photovoltaikpanels nicht. Da Systeme der Erneuerbaren Energien weitflächig verteilt und kleinteilig sind, ist die Anfälligkeit für Störungen des Gesamtsystems weitaus geringer.
Wer also von Versorgungssicherheit redet, sollte dabei klar sagen was gemeint ist: Die Sicherheit liebgewonnene Parteifreunde mit Aufsichtsratsposten versorgen zu können oder das Land mit zuverlässiger Energie.
Dieser Beitrag wurde von Guido Körber (Stellvertretender Vorsitzender RV Dahme-Oder-Spree) verfasst.
  1. Ich bin ja geneigt zu behaupten, der RBB_artikel habe das Krankenhaus in schlicht manipulativer Absicht erwähnt. Selbst dem RBB sollte klar sein, dass das Krankenhaus nicht von diesem einen Kraftwerk abhängt. Der Sinn der Erwähnung war einzig die Diskreditierung der Demonstranten.

    • Ach? Der RRB-Artikel war doch so herrlich neutral…

      Natürlich hat das Krankenhaus eine eigene Versorgung, aber die Story passt doch so gut. Für die Bürger die an der Fernwärme dran hängen heisst es im Zweifelsfall halt wirklich kalt duschen. Im Winter wäre es dann ohne Heizung ein echtes Problem, aber momentan wohl nicht.

      Also die Kurzfassung: Die Gefahren für die Zivilisation waren etwas übertrieben 🙂

      • Friedliche Demos sehen anders aus, das Gegenteil ist unverantwortlich. Bei 12°C zu Pfingsten ist es ohne Heizung auch im Frühling ungemütlich.

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