Piratenpartei

Die Lizenz zum Essen – Vom „Geistigen Eigentum“ im Popcorn

Das Zusammenspiel der Gene in einer Zelle ist sehr komplex und viele grundlegende Prozesse in einer Zelle sind der Wissenschaft heute noch ein Rätsel. Die Wissenschaftler können sich noch nicht erklären, warum der Reis doppelt so viele Gene hat wie der Mensch. Entsprechend verunsichert reagiert der Verbraucher auf gentechnisch veränderte Lebensmittel. Aber dennoch ist die Gentechnik ein Markt mit Zukunft. Jedenfalls in den Augen der Konzerne. Es herrscht Goldgräberstimmung. So vervielfacht der Gentechnikriese Monsanto munter seinen Umsatz je Jahr. Inzwischen stammen fast 90 Prozent aller weltweit angebauten Gen-Pflanzen von dem Monopolisten. Garantiert patentiert. Es stellt sich dabei nicht nur die ethische Frage vom „Patent auf Leben“ sondern es brechen auch Konfliktfelder im Bereich des „Nachbaus von Saatgut“ und beim „geistigen Eigentum“ auf.

Bei alledem nehmen Brandenburg bzw. die neuen Bundesländer zunehmend einen Spitzenplatz ein, – z.B. beim Anbau von Genfeldern. Es betrifft uns also nicht nur über die Lebensmittelketten, wir sind einer der Erzeuger.

Genmais-Felder in Deutschland (von 100%)

  • 45% Brandenburg
  • 23% Sachsen
  • 22% Mecklenburg-Vorpommern

Am Mittwoch den, 8. Oktober 2008 findet daher in Berlin die Veranstaltung „Bauernrechte im Konflikt mit dem geistigen Eigentum“ statt.

Am Mittwoch, 8. Oktober 2008, Von 9:00 – 17:00 Uhr in Berlin
Niedersächsische Landesvertretung,
In den Ministergärten 10, 10117 Berlin-Mitte

Tagungsbeitrag: 25,- €, Zahlung vor Ort (pdf)

  1. Der Film „Monsanto, mit Gift und Genen“ von Marie-Monique Robin, gezeigt auf Arte am 11. März 2008, hat viele Menschen zutiefst berührt wie auch erschrocken.
    In der deutschen Fassung findet sich der Film unter http://lix.in/44aee301

    So bezeichnend wie beispielhaft ist in diesem Zusammenhang, mit welchem Selbstverständnis sich das Unternehmen Monsanto im deutschen Markt bewegt:
    So schaltet das Unternehmen bei der Zeitschrift http://www.topagrar.com – das „Magazin für die moderne Landwirtschaft“ – in dessen Forum es an Kritik gegen dem Unternehmen nicht mangelt, am 24. 10. 2008 eine Anzeige mit folgendem Wortlaut:

    „Suchen Sie die Herausforderung im Bereich Corporate Communications – und damit meinen wir wirklich eine Herausforderung, denn es geht um kontrovers diskutierte Themen? Gut. Sie können ein Unternehmen in der Öffentlichkeit vertreten, das als eines der weltweit führenden im Agrarsektor unter anderem gentechnisch verbessertes Saatgut von Nutzpflanzen entwickelt? Besser. Sie wollen wissenschaftlich fundierte Potentiale der Grünen Gentechnik weit verbreitetem Halbwissen entgegensetzen und offensiv kommunizieren? Ausgezeichnet. Wir freuen uns, wenn Sie mit Ihren kommunikativen Stärken unser Unternehmen bereichern – als PR-Manager (m/w) mit Schwerpunkt Corporate Communications. Das ist Ihre Aufgabe: Seriöse Wissenschaftler, Agrarökonomen und Entwicklungsexperten sind sich einig: Gentechnisch verändertes Saatgut verbessert die Erträge und die Qualität der Agrarproduktion unter gleichzeitiger Schonung natürlicher Ressourcen. Genau dies ist die Kernaussage der Kommunikationsstrategie, an der Sie mitarbeiten und die Sie umsetzen – mit verschiedenen Kommunikationsmitteln, über unterschiedliche Medien. Darüber hinaus suchen Sie aktiv den Kontakt zu Meinungsführern und -multiplikatoren, informieren und diskutieren.
    Das bringen Sie mit: Ob Sie ein Studium der Kommunikations- oder Naturwissenschaften abgeschlossen haben, ist nicht entscheidend. Viel wichtiger ist uns, dass Sie journalistisch schreiben und unsere Themen überzeugend und mit viel Gespür vertreten können – auch gegen Widerstände.
    Sie bringen mindestens 3 Jahre Berufserfahrung mit und sind interessiert an politisch-wirtschaftlichen Zusammenhängen. Sie haben ein gutes Standing, sind selbstständiges Arbeiten gewohnt und offen für Neues. Wenn Sie darüber hinaus noch sehr gute Englischkenntnisse mitbringen, sollten wir uns kennen lernen. Und das bieten wir Ihnen: Ein hoch interessantes, sehr innovatives und internationales Umfeld. Die Freiheit, viel bewegen zu können und Themen in der Öffentlichkeit zu setzen. Hervorragende Perspektiven und persönliche/fachliche Weiterentwicklung. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung – am besten per E-Mail an: xxxxxxxxxxx(at)monsanto.com
    Monsanto Agrar Deutschland GmbH“ – siehe http://www.topagrar.com/ads/1008monsanto.pdf

    Der Text spricht für sich…

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