Um 13 Prozent erhöht Brandenburg seine Zuschüsse für Religions- und Weltanschauungsunterricht.

Damit gehen für das Schuljahr 2015/16 an die evangelische Kirche 7,9 Mio €, an die katholische Kirche 1 Mio. € und an den Humanistischen Verband 469.000 €. Das ist ein massives Missverhältnis in einem Bundesland mit über 80% nichtkonfessionellem Bevölkerungsanteil.

Die Mehrausgaben werden damit begründet, dass den Schülern frühzeitig Werte vermittelt werden sollen, um ein Gegengewicht für das zunehmend rauhere gesellschaftliche Klima zu schaffen. Warum dafür Religionsunterricht eine unterstützende Rolle spielen soll, ist unklar.

Sinnvoll wäre es, den humanistischen Weltanschauungsunterricht, der religionsneutral ist, zu stärken, statt einseitig zwei christliche Kirchen zu finanzieren. Zumal dies auch dem Verfassungsgrundsatz der Gleichbehandlung von Glaubensgemeinschaften widerspricht. Wenn, dann müssten alle Glaubensgemeinschaften abhängig von ihrem Anteil an der Bevölkerung eine Bezuschussung erhalten.

Da in Brandenburg ganz deutlich Atheismus und Gleichgültigkeit gegenüber den Glaubensrichtungen dominieren, sollte konsequenterweise keinerlei Bekenntnisunterricht mit staatlicher Unterstützung stattfinden.

Wir PIRATEN vertreten eine konsequente Trennung von Kirche und Staat. Unser Slogan dazu ist „Religion privatisieren“. Ganz einfach nach dem Prinzip, glaubt doch was ihr wollt, aber bitte belastet niemand anderen damit.

In diesem Sinne also liebe Kirchen: Macht Religionsunterricht bitte auf eigene Kosten.

Die 8,9 Mio. € pro Jahr wären besser angelegt bei der Einstellung von mehr Fachlehrern, Renovierung von Schulen und Anschaffung von Lehrmaterial. Eine breiter gefächerte und umfassendere Bildung, und um die steht es nicht nur in Brandenburg schlecht, gibt den jungen Menschen auch eine bessere Zukunftsperspektive – und die ist ganz entscheidend für den sozialen Zusammenhalt.

Wer durch ein mangelhaftes pluralistisches Bildungssystem keine Perspektive hat, dem hilft auch kein Religionsunterricht. Also bitte an den richtigen Stellen investieren und nicht Institutionen beschenken, die das finanziell nicht mal nötig haben.


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