Niemand hört es gerne, wenn jemand sagt „ich habe es euch doch gesagt“ und damit auch noch recht hat…
Aber sorry, wir haben es euch gesagt.
Die Braunkohle in der Lausitz ist keine Zukunft, sie ist eine Altlast und eine Zeitbombe. Altlast, weil die alten Tagebaue uns noch lange belasten werden und die Spree mit Ocker füllen. Zeitbombe, weil die LEAG kein netter Karnevalsverein ist, der die Gemeinden bespaßt, sondern ein knallhart kalkulierender Konzern, der rein wirtschaftlich motivierte Entscheidungen trifft.
Der Tagebau Welzow Süd wird bereits 2030 geschlossen [1], also 3 Jahre früher als bisher geplant. Die Verstromung von Braunkohle lohnt sich immer weniger, die Kraftwerke laufen nur noch einen Bruchteil der Zeit bei voller Leistung und erzeugen so keinen Gewinn mehr. Das hatten wir 2017 schon so gesehen und vorgeschlagen, sogar noch schneller geplant auszusteigen, damit es zu keinen abrupten Brüchen kommt [2]. Genau die setzen nun aber ein.
Durch den Zubau an Windkraft und Photovoltaik produziert Brandenburg mittlerweile fast dreimal so viel Strom, wie lokal benötigt wird [3]. Damit versorgen wir Berlin, das wegen der begrenzten Fläche nicht so viel Möglichkeiten hat. Aber es wird auch Strom weiter weg transportiert.
Dazu kommt, dass die LEAG selber damit beginnt, ihr altes Geschäft zu kannibalisieren. In Jänschwalde entsteht der bisher größte Batteriespeicher Deutschlands [4]. Dieser Speicher kann Aufgaben zur Netzstabilisierung übernehmen, die bisher meistens von Gaskraftwerken viel teurer erbracht werden. Und natürlich kann der Speicher eine erhebliche Menge Strom über Stunden oder Tage verschieben, was Lücken füllt, für die sonst Gas- oder Kohlekraftwerke liefen.
Wer jetzt denkt, das geht nicht, Batterien sind zu teuer: Nein, Batterien sind mittlerweile die günstigste Option, Strom zu speichern. In so einer großen Anlage wie der in Lübbenau wird die gespeicherte Kilowattstunde nur wenige Cent teurer. So liegt gespeicherter Wind- oder Solarstrom ganz deutlich unter den Kosten für Strom aus Gaskraftwerken und sogar unter Kohlestrom.
Die Konsequenz kann nur sein den Wandel in der Lausitz zu beschleunigen, denn die nächsten Schließungen von Tagebauen und Braunkohlekraftwerken werden kommen – früher als bisher geplant. Es sollte niemand überrascht sein, dass das passiert.
[1] https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/01/leag-ende-tagebau-welzow-sued-cottbus-2030.html
[2] https://www.piratenbrandenburg.de/2017/03/offener-brief-an-pro-lausitz-betreffs-leagbraunkohle/
[3] https://www.energy-charts.info/charts/import_export_map_bl/chart.htm?l=de&c=DE_BL
Weitere (ältere) Artikel zum Thema:
https://www.piratenbrandenburg.de/2016/04/piraten-brandenburg-entsetzt-ueber-faulen-vattenfall-deal/
https://www.piratenbrandenburg.de/2016/10/braunkohle-jetzt-wirds-teuer-fuer-uns-alle/
https://www.piratenbrandenburg.de/2019/08/lausitz-game-over/
https://www.piratenbrandenburg.de/2020/01/falsches-spiel-mit-der-lausitz/
https://www.piratenbrandenburg.de/2025/04/lausitz-da-war-doch-was/

